Im stark gebeutelten Griechenland steht die nächste Verhandlungsrunde mit dem Internationalen Bankenverband an. Gerade hat der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos nun privaten Banken damit gedroht, im Parlament ein Gesetz zum Verzicht ihrer finanziellen Forderungen gegenüber dem Staat zu beschließen.
Wenn die privaten Banken sich weiterhin weigern, sich an dem 130 Milliarden Dollar schweren Schulden des Landes zu beteiligen, gäbe es durchaus diese Möglichkeit. Das erklärte Lukas Papademos heute gegenüber der “New York Times”. Vertreter des IIF (Internationalen Bankenverband) wollten mit Vertretern der griechischen Regierung am Nachmittag ihre Verhandlungsrunde über die Beteiligung des privaten Bankensektors am zweiten Hilfsprogramm für Griechenland fortsetzen.
Papademos ist sich ziemlich sicher, dass es danach dann nicht zu einer gesetzlichen Regelung kommen müsse. Obwohl die Materie schwierig sei, stehe man kurz vor einer Einigung. Schon seit mehreren Wochen verhandelt die griechische Regierung mit privaten Banken über die Details eines Programms, das bereits im Oktober 2011 vorlag. Es sieht den freiwilligen Verzicht eines Teils der Forderungen der Banken vor.
Die Gespräche gerieten allerdings ins Stocken. Die Beteiligung der privaten Investoren ist eine wichtige Voraussetzung, um das zweite Rettungspakets von IWF und EU auf den Weg zu bringen, das mit 130 Milliarden Euro veranschlagt wurde. Es wird angestrebt, dass die privaten Banken auf etwa 100 Milliarden Euro ihrer ursprünglichen Forderungen verzichten sollen. Das würde jedoch nur dann funktionieren, wenn sich 90 Prozent der privaten Banken auch tatsächlich daran beteiligen. Wenn es weniger sind, dann müssten die anderen Staaten der Eurozone diese Lücke schließen und mehr zahlen.

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